US Open: Potapova schrammt mit Pech an weiterem Coup vorbei
Allzu viel hat nicht gefehlt: Trotz einer erneut starken Leistung hat Anastasia Potapova bei den US Open in New York einen weiteren Coup knapp verfehlt und ist im Achtelfinale ausgeschieden. Die auf 24 gesetzte Wahlösterreicherin (WTA 25) musste sich im Kampf um ihr erstes Grand-Slam-Viertelfinale am Montagabend nach MESZ der fünftgesetzten Russin Mirra Andreeva (WTA 5) nach 2:27 Stunden und Verletzungspech gegen Ende des Matches mit 7:5, 4:6, 3:6 beugen. Damit misslang ihr auch die Revanche für das im April mit 6:1, 4:6, 3:6 verlorene Endspiel bei ihrem WTA-500-Heimturnier Upper Austria Ladies Linz. Die Einzelkonkurrenzen der Erwachsenen sind in Flushing Meadows aus heimischer Sicht nun gelaufen. Die letzte rot-weiß-rote Hoffnung ist Lucas Miedler im Herrendoppel: Der Niederösterreicher (ATP-Doppel 28) versucht am Dienstag, mit dem Australier Marc Polmans (ATP-Doppel 25) an 13 gereiht, sein erstes Viertelfinale auf höchster Ebene zu erreichen. Die beiden treffen auf die drittgelisteten Roland-Garros-Champions 2024 und heurigen Wimbledon-Finalisten Marcelo Arévalo aus El Salvador (ATP-Doppel 6) und Mate Pavić aus Kroatien (ATP-Doppel 7), die das US-Wildcard-Team Mac Kiger (ATP-Doppel 78) und Aleksandar Kovacevic (ATP-Doppel 106) nach vier abgewehrten Matchbällen mit 7:6 (6), 6:7 (3), 7:6 (10:7) niederrangen.
1. Grand-Slam-Achtelfinale einer Österreicherin seit 2012
Potapova hatte samstags durch ein 6:2, 7:5 gegen Lilli Taggers Zweitrundenbezwingerin Amanda Anisimova aus den USA (WTA 10) überraschend die letztjährige Wimbledon- und US-Open-Finalistin besiegt. Die 25-Jährige hatte dadurch ihren dritten Achtelfinaleinzug bei einem der vier größten Tennisevents der Welt nach den French Open 2024 und 2026 verzeichnet – den ersten außerhalb von Paris und den ersten für eine Österreicherin seit den Viertelfinalteilnahmen von Tamira Paszek bei Wimbledon 2011 und 2012. Und sogar das dritte US-Open-Viertelfinale einer ÖTV-Dame überhaupt seit Judith Wiesner-Floimair 1996 und Barbara Schett-Eagle 1999 schien für lange Zeit in Reichweite zu liegen. Zwar musste Potapova eine anfängliche 2:0-Führung schnell wieder hergeben. Doch durch ein neuerliches Break im zwölften Spiel – und das zu null – entschied sie Durchgang eins im Endeffekt für sich.
Im zweiten Satz war es diesmal Potapova, die einen 0:2- (und 30:40-) Rückstand drehte, kurz darauf bei 3:2 gar die Breakchance zum 4:2 vorfand. Stattdessen schlug Andreeva im nächsten Game als Rückschlägerin zu und servierte dann trocken zum Satzausgleich durch. Im entscheidenden dritten Abschnitt konnte Potapova einen Aufschlagverlust zu Beginn postwendend wettmachen, einen weiteren zum 1:2 aber trotz 15:40 im nächsten Spiel nicht. Mit all ihrer Kraft stemmte sich die heimische Nummer eins, die jetzt wieder mit ihrer langjährigen Jugendtrainerin Irina Doronina arbeitet, gegen das drohende Aus, das bei 2:4 und 15:40 schon konkret zu werden schien. Potapova verkürzte mit starkem Kampfgeist auf 3:4, doch nach dem 3:5 zog sie sich beim ersten Punkt im neunten Game bei einem schlechten Schritt eine Verletzung über dem linken Knie zu. Mit einem Medical Timeout und einem Tape am Bein ging es weiter, allerdings nur noch kurz: Die regierende French-Open-Gewinnerin Andreeva holte gegen ihre sichtlich gehandicapte Kontrahentin die letzten drei Punkte und hiermit den Sieg.